Thema des Tages

14-04-2019 14:40

Der 14. April: (K)Ein Tag wie jeder andere

Wirft man einen Blick in die Geschichtsbücher, ist in der
Vergangenheit am 14. April durchaus einiges passiert:

Am 14.04.1865 wird ein Attentat auf den US-Präsidenten Abraham
Lincoln verübt. Am selben Tag des Jahres 1912 geschieht weit draußen
auf dem Atlantik ein weiteres Unglück: Um ca. 23:40 Uhr kollidiert
die Titanic mit einem Eisberg und sinkt innerhalb weniger Stunden.
Erfreulichere Ereignisse ereigneten sich für Freunde des Automobils:
Am 14.04.1927 verlässt der erste Volvo auf der schwedischen Insel
Hisingen das Werk. Und vor genau 90 Jahren (am 14.04.1929) findet in
Monaco das erste Autorennen und gleichzeitig das erste Straßenrennen
überhaupt statt.

Um so langsam die Brücke zu einem "DWD - Thema des Tages" zu schlagen
sei das Jahr 1981 erwähnt, als am 14.04. die Raumfähre Columbia aus
dem All zurückkehrt und damit die erste Space-Shuttle-Mission der
NASA endet. Es ist der erste Weltraumflug eines wiederverwendbaren
Raumfahrzeugs.

Nun aber zu den markanten meteorologischen Ereignissen, die es in die
Annalen geschafft haben:

In den 1930er Jahren wurde der Mittlere Westen der USA immer wieder
von verheerenden Sandstürmen heimgesucht. Der schlimmste der
Geschichte ereignete sich am 14.04.1935, woraufhin dieser Tag als
"Schwarzer Sonntag" in die Geschichte einging. Zeitzeugen berichten,
dass eine Wand von tiefster Finsternis über die "High Plains" rollte,
wie ein Tsunami auf Land - und einen warmen, sonnigen Nachmittag in
eine schreckliche Schwärze verwandelte, die "dunkler war als die
dunkelste Nacht". Am schlimmsten traf es Oklahoma, wo der Sandsturm
mit knapp 100 km/h über das trockene Land fegte. Viele Landarbeiter
und Farmer mussten wegen der verheerenden Sandstürme ihre Farmen
aufgeben, verloren ihren Besitz und mussten zwangsläufig diese Region
(die anschließend "Dust Bowl", dt.: Staubschüssel, getauft wurde)
verlassen.

Am 14.04.1986 gab es im Süden von Bangladesch ein heftiges Unwetter,
bei dem mit 1,02 kg das weltweit vermutlichst schwerste, je gewogene
Hagelkorn vom Himmel fiel.

Viele Deutsche erinnern sich bestimmt auch an den 14.04. vor 25
Jahren (1994), als es nach sintflutartigen Regenfällen sowie durch
Abtauen größerer Schneemengen in den Mittelgebirgen an vielen Flüssen
Überschwemmungen gab. Besonders betroffen waren Teile Sachsen-Anhalts
und Thüringens. Die extreme Hochwassersituation wurde durch bereits
hohe Pegelstände der Flüsse, eine hohe Bodenfeuchte und eine noch
gering entwickelte Vegetation beschleunigt.

Am heutigen Sonntag ist mit keiner dieser extremen Wettersituationen
zu rechnen. Weder fällt ein schwerer Hagelbrocken vom Himmel, noch
erwartet uns ein schwerer (Staub-)Sturm und Hochwassergefahr besteht
auch nicht.
Aber auch, wenn der diesjährige 14. April wohl kaum (zumindest nicht
mit meteorologischen Ereignissen hierzulande) in die
Geschichtsannalen eingehen wird, kann er dennoch bei jedem einzelnen
von uns aus ganz unterschiedlichen, hoffentlich schönen Gründen im
eigenen Gedächtnis bleiben.

Dipl.-Met. Magdalena Bertelmann
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 14.04.2019

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