DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist

10-01-2019 11:00
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 10.01.2019 um 10.30 UTC



Oftmals stürmischer Wind, am Alpenrand marlkante Schneefälle, Wechsel zwischen
milden und winterlichen Phasen.
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Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 17.01.2019


Am Sonntag liegt Deutschland in einer kräftigen west-nordwestlichen Strömung.
Darin eingebettet ist ein teilokkludiertes Frontensystem, das Deutschland rasch
südostwärts überquert. Damit gelangt kurzzeitig mildere, danach rasch wieder
kältere Meeresluft zu uns. Die Zufuhr polarer Meeresluft verstärkt sich am
Montag dann erheblich, da diese dann mit stürmischem Wind aus Nord bis Nordwest
auf kurzem Weg vom Nordmeer über die Nordsee einströmt. Die geschieht auf der
Rückseite eines von Südskandinavien zum Baltikum ziehenden Sturmtiefs. Für den
Alpenraum zeichnet sich dabei das nächste Unwetterszenario aufgrund starken
Schneefalls ab. Bis Dienstag früh setzt sich dieses Szenario fort, danach
beruhigt sich die Situation zunächst im Westen, später auch im übrigen
Deutschland mit Annäherung eines kräftigen, breitgefächerten Höhenkeiles. Dieser
Keil überquert Deutschland im Lauf des Mittwochs, dahinter greift ab Dienstag
Abend rasch die Warmfront eines Tiefs, das Teil eines Tiefdruckkomplexes über
dem Nordmeer ist, von Westen her auf Deutschland über. Sie führt milde
Meeresluft heran. In der Nacht zu Donnerstag und am Donnerstag zeichnet sich
dann die Passage der nachfolgenden Kaltfront ab, ein Vorgang, der spätestens bis
Donnerstag abend auch den äußersten Süden erfasst haben wird.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Konsistenz der letzten 3 Modellläufe ist überraschend gut, der Ablauf der
synoptischen Strukturen ist in allen Ergebnissen nahezu identisch. Es deutet
sich auf jeden Fall ein stetiger Wechsel zwischen kalten und milderen
Witterungsabschnitten an. So folgt auf einen Kälteeinbruch am Montag, begleitet
von Sturm- und schweren Sturmböen, ab Mittwoch wieder eine mildere Phase. Diese
geht im Lauf des Donnerstag aber bereits wieder zu Ende.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


GFS zeigt ein sehr ähnliches Szenario wie das europäische Modell. Auch ICON
erzeugt über den weitaus größten Teil der Vorhersagezeit sehr gut vergleichbare
Ergebnisse. Erst am Donnerstag deutet sich hinter der zu erwartenden
Kaltfrontpassage eine Sturmtiefentwicklung ab, die bei ECMF und GFS nicht
erkennbar ist.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Es existieren von Sonntag 00UTC bis Montag 00 UTC 5 Cluster mit dem Hauptlauf in
Cluster 3 (10 Member) und dem Kontrolllauf in Cluster 1 (17 Member). Allen
Clustern ist im west- und mitteleuropäischen Bereich gemein, dass sie ein
markantes Rücken-Trogmuster an sehr ähnlicher Position und ähnlicher Intensität
zeigen.

Im Zeitraum Dienstag 00 UTC bis Donnerstag 00 UTC existieren 4 Cluster. Der
Hauptlauf befindet sich in Cluster 2 (13 Member), der Kontrolllauf in Cluster 1
(18 Member).Auch hier gilt wieder: Alle Cluster zeigen am Dienstag den nach
Osten abziehenden Höhentrog, gefolgt von einem kurzwelligen Keil am Mittwoch und
nachfolgend am Donnerstag durch einen zunächst flachen Höhentrog über der
Nordsee und dem westlichen Mitteleuropa ersetzt.

Die Rauchfahne für Offenbach zeigt in der Nacht zu Montag den markanten
Temperaturrückgang, dem im Laufe der 2. Tageshälfte des Dienstag ein
Temperaturanstieg auf nahezu das Ausgangsniveau vom Sonntag folgt.
Am Donnerstag setzt dann abermals ein dem Montag vergleichbarer
Temperaturrückgang ein.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


ECMWF EPS liefert für Sonntag und Montag für weite Teile Deutschlands hohe
Wahrscheinlichkeiten für Sturmböen (vielfach über 50%), für den Osten des Landes
darüber hinaus auch noch Wahrscheinlichkeiten von 30 bis 45% für schwere
Sturmböen. Cosmo-Leps reagiert insgesamt etwas zurückhaltender, Sturm ist aber
auch hier eine sichere Option.
Für Dienstag liegen signifikante Wahrscheinlichkeiten für Sturmböen zumindest an
den Küsten, daneben auch im östlichen Bergland vor.Gleiches gilt für Mittwoch
und Donnerstag, wobeo auch das Norddeutsche Tiefland mit Wahrscheinlichkeiten um
30% dabei ist.
Markante Niederschläge zeichnen sich am Sonntag und besonders am Montag für den
Alpennordrand ab. Dies zeigen sowohl ECMWF EPS als auch Cosmo Leps.
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Basis für Mittelfristvorhersage
Mosmix, EPS, oper. Modelle.
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. R. Hering-Zieringer